>Aus dem Leben eines Fauns< [1952/53]



setting: mann mittleren alters als faun im moor und beamter in norddeutschem             landratsamt  -  februar 1939 bis september 1944



Auf Sterne soll man nicht mit Fingern zeigen; in den Schnee nicht schreiben; beim Donner die Erde berühren: also spitzte ich eine Hand nach oben, splitterte mit   umsponnenem Finger das -K- in den Silberschorf neben mir, (Gewitter fand grade   keins statt, sonst hätte ich schon was gefunden!)...

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Über den Weg, dahin wo die Wölfin am Gartentor ölte. (Und ich ging im schweren   Grauwerk der Luft, wie durch große Wintermäntel, mit geschlossenen Händen und   stillem Ohr). Kalt. Grauer Eisbrei lag dünn vor allen Schritten; die Wälder machten   öde Ringe um die aschengrube Welt; wir glotzten einander in die fleckigen Seelen   (während aus unseren Mündern erstarrte Gase quirlten. Haarige fleischerne Tröge   wir. Und eingesperrt in die kalte Matschschachtel). Stumm zurück in die   betreffenden Häuser.


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SS, SA, Militär, HJ undsoweiter:die Menschen sind nie lästiger, als wenn sie Soldaten   spielen.(Kommt bei ihnen wohl periodisch in jedem Jahrzwanzicht, ungefähr wie   Malaria, neudings noch schneller.) Am Ende sind doch immer die Schlimmsten   Meister, das heißt: Vorgesetzte, Chefs, Direktoren, Präsidenten, Generale, Minister,   Kanzler. Ein anständiger Mensch schämt sich, Vorgesetzter zu sein!

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...und schon gemeinsame Brechreize schaffen eine Art ausreichender Sympathie;..

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Ich behalte mir jede Handlung gegen den Staat vor!: das ist zu meiner Sicherheit als   Mensch nötig! Denn der Staat vermag mich mit Gewalt zu allem anzuhalten, was   seinen verantwortlich-verantwortungslosen Leitern just auszuhecken beliebt: ich   dagegen habe nicht die Macht, den Staat zur Besonnenheit oder Gerechtigkeit oder   Erfüllung seiner Pflichten notfalls mit Gewalt zu zwingen. Also muß ich ständig -   außer dem fundamentalen Recht, den Staat ungefährdet mit all meinem Eigentum   verlassen zu dürfen - Front gegen die Staatswillkür machen.

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Nichts grausiger und kläglicher: als zwei Völker, die nationalhymnend aufeinander   losgehen. (Der Mensch, das "hurrah-schreiende Tier"; als Definition).

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Staubgegürtete Rekruten: klatschten gedankenlos in die Füße, ruckzuckten die   braungeschweißten Köpfe nach oben, und stießen die Heldenworte von sich weg:   "Dir wolln wir unser Leben wa-hein ...": Ja aber wieso denn?!!
Bei mir ist solcher Silbenfall völlig verschwendet!! Ehe Du für Dein Vaterland sterben   willst, sieh dir s erst mal genauer an! (Und "Mein Leben für den Führer"?!: für n   Politiker faß ich mich nich an´ Hintern!!)-



anmerkung: etwaige schmidt-kenner werden hier jene geniale >beschreibung< des luftangriffs auf die munitionsfabrik vermissen: - diese habe ich, da ich mich zu kuerzungen ausserstande sah, auf grund ihrer laenge entfallen lassen (muessen?).

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