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>Tina oder Über die Unsterblichkeit<
[1955]
Nacht. Steinufer des Bürgersteigs. Zwischen Blöcken aus Kunstlicht (einer war mir übern Schuh gefallen, und ich zog ihn lieber drunter weg). Dann strömten Schulmädchen: schwarze enge Hosen; Spitzbrüste voller Ungedeih. / Stimmengewirbel: sie hielt ihr debattierend eine verruchte Zahl von Fingern hin. / Mein Arm begegnete einer Ärmin: im unteren Drittel aller Gesichter ein fuchsrotes Lächelloch. [...] [...] "Nennen Sie mir einen anständigen Schriftsteller, der gern geschrieben hätte: lieber zeitlebens Scheiße schippen! -: Sind Sie Ihrer Individualität noch nie müde geworden?" Ich senkte den Kopf; ich nickte; es ging ihn zwar nischt an , aber: ja. Täglich etwa zweimal. [...] Also im weißen Dschungel ihrer Glieder: manchmal blitzten ringsunten Augen; in warmen Spalten schlürfte es Worte; Ketten Keuche flogen auf, Zimmer voll`u`. Das Dorngesträuch zweier Hände jetzt über mir: sie schlug den schweißigen Mund auf mich ein; sie erdrosselte mich mittlings mit Beinen; die weißen Kabel ihrer Arme am Horizont wurden rauh und steif: `u!`. Gefällt übereinander. Ihr Haar hing von meinem Kopf. Unsere Atemkolben stießen breiter vorbei. Geklebt:" Achdu ". [...] Was ist demnach das beste Rezept für ein Erdenleben überhaupt, oben wie unten?: >>Aufs Dorf ziehen. Doof sein. Rammeln. Maul halten. Kirche gehen. Wenn n großer Mann in der Nähe auftaucht, in den Stall verschwinden: dahin kommt er kaum nach! Gegen Schreib- und Leseunterricht stimmen; für die Wiederaufrüstung: Atombomben!<< >> >Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben< << murmelte ich. >>Sehr richtig!<< versetzte sie nachdrücklich:>>also Nachteil!<<.- |