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auszug aus einem (von schmidt) unveröffentlichten frühwerk: Der Rebell [1941] [...]
Einmal wurde der Abend fremd und eisenscharf und so hoch, dass der
Himmel, die schützende schöne Wölbung, verschwand. Teilnahmsloser
als Stein waren die unzählbaren glitzernden Sterne, die miteinander flinke
und spöttische Strahlnadeln tauschten; warum wechselten sie zierliche und
eiserne Blicke, wenn man mit gefrorenen Händchen am Laternenpfahl
lehnte ? Alles verfremdete sich.-
Silberblaue Kälte prallte vom Hochmond nieder, dass man horchend seinem eigenen Hallschritt nachlief. Oben war die Küche warm und hellgelb und es gab heißem Tee, den der Junge am flachen eisernen Ofen trank, während bei den Anderen - den Erwachsenen - ruhiges Gespräch und matter Scherz wechselten. Es blieb immer seltsam genug, wie sie darüber hinwegsahen - mit diamantenen Seelen und sicheren großen warmen Händen - dass sie sich, um das Leben zu ertragen, von der Welt kleine Stücke - Stuben - abtrennten. Was war es, das ihnen diese entsetzliche Sicherheit, dies gespenstische Vergessen gab, dass sie nicht hörten, wie es im Ofen eilig und singend rief, wie draussen die edlen Bäume sich im fahrenden Eiswind kummervoll und sehnig nach rückwärts warfen, wie goldene Sternpfeile in herrlichem und tödlichen Bogen abgeschossen aus Nichts in Nichts. Sie hatten Grenzen in sich und um sich gezogen; sie maßen und wogen. - Aber das Maßlose? Das nicht zu Wiegende? (Da er keine Grenzen in sich fand, haßte er alles, was Grenze und Grenzpfahl war, und wer sie errichtet hatte; die Kugel mehr als die Fläche. [...]) |